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Der Auenwald im Wandel der Jahreszeiten

Nach der gelungenen Premiere im Frühjahr war die Bernburger Wasserwacht erneut auf Exkursion im Auenwald. Nicole Sollfrank war dabei und berichtet.

Klaus-Ulrich Jahn macht die Teilnehmer auf ein Ameisennest im Baum aufmerksam. Fotos: Nicole Sollfrank

die Expeditionsteilnehmer

Eine vom Biber frisch gefällte Pappel. Ein vollständig mit Lehm ausgekleidetes, verlassenes Vogelnest, ein von Larven in dekorativem Muster zerfressenes Blatt und die geschwungene Feder eines Habichts – diese und viele weitere Schätze erkundete die Jugendrotkreuzgruppe der Bernburger Wasserwacht bei ihrer Spätsommerwanderung durch den Auenwald zwischen Gröna und Bernburg.

Dabei lernten die Kinder mit Ulmen, Eschen, Eichen und verschiedenen Kräutern und Sträuchern nicht nur die typischen Pflanzen des Auenwaldes kennen, sondern auch, wie man sich ganz ohne GPS-Gerät, nur mit Hilfe von Karte, Kompass und Sonnenstand im Gelände orientiert, wie sich mit Hilfe eines vom Boden aufgelesenen Stöckchens und einer Hilfsperson die Höhe eines frei stehenden Baumes abschätzen lässt und wie das ganz eigene, im Vergleich zum Offenland viel kühlere, feuchtere Klima des Waldes zustande kommt.

„Die Idee war, die Kinder mit den Tieren und Pflanzen im nahe gelegenen Auenwald vertraut zu machen – dafür bietet er sich an, da man hier auf engstem Raum sehr viel zeigen kann” erläutert Klaus-Ulrich Jahn, Leiter der Wasserwacht Bernburg. Zudem sollten die jungen Leute für die Veränderungen der Natur im Laufe der Jahreszeiten sensibilisiert werden; so sei der Septemberexkursion bereits ein Ausflug im Frühjahr vorausgegangen und im Herbst und Winter seien weitere Wanderungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten geplant.

„Es macht riesigen Spaß, mal aus der Bernburger Innenstadt rauszukommen, die Natur zu sehen und dieses tolle Erlebnis mit Freunden zu teilen”, begeistert sich die 13-jährige Clara Huacasi. Obwohl sie schön öfters bei den Exkursionen dabei war, entdeckt sie immer wieder etwas Neues, wie aktuell das Netz einer Wespenspinne mit einem darin gefangenen Schmetterling. „Sonst ist man hier immer nur schnell mit dem Fahrrad durch, so sieht man mal ganz andere Ecken”, freut sich auch der 16-jährige Max Kroll, der seiner ersten Naturschutzwanderung weitere folgen lassen will.

Aha-Erlebnisse gab es nicht nur für die Jugend, sondern auch die mitgekommenen Erwachsenen: etwa, dass die Basis des Bierbrauerei, der Hopfen, ebenso wie Wilder Wein, eine typische Kletterpflanze im Auenwald ist, Brennnesseln nicht brennen, wenn man von unten nach oben an ihnen entlangstreicht oder dass die Wurzeln einer Kulturform der blaublütigen Wegwarte früher als Kaffeeersatz genutzt wurden

Wer wollte, konnte sich am Ende der Wanderung sein eigenes Klebebild aus den zu findenden Naturmaterialien zusammenstellen – für Enie Grieser (10) und Lucas Radvan (10) eine von vielen „coolen Ideen”, die die Exkursion schön und kurzweilig gestalteten. „Es ist wichtig, dass die Bevölkerung weiß, dass die Wasserwacht nicht nur eine Rettungs-, sondern auch eine anerkannte Naturschutzorganisation ist – dieser Bereich lag lange brach”, erläutert Wolfram Blümel, Landesbeauftragter für Natur- und Gewässerschutz bei der DRK Wasserwacht. Dr. Oliver Arndt, Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit im Naturpark Unteres Saaletal, freute sich über die aktive Teilnahme der Kinder und die Partnerschaft mit der Wasserwacht Bernburg, deren Arbeit es zu unterstützen gelte. „Mit unserer Umweltbildung wollen wir nicht nur Kenntnisse und Methoden zum Beobachten und Entdecken vermitteln, sondern vor allem die Freude an der Arbeit in und mit der Natur – eine Freude, die sich im Idealfall auch auf Eltern und Freunde der Kinder überträgt”, erklärte er.

12. September 2016 12:14 Uhr. Alter: 1 Jahre