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DRK Bernburg ist Partnerunternehmen beim Pilotprojekt Personalgewinnung Altenpflege

Perspektivisch werden Pflegefachkräfte knapp. Deshalb geht das DRK Bernburg neue Wege und konnte die ersten Hospitanten aus Bosnien begrüßen.

Haben im DRK-Seniorenwohnpark Güsten hospitiert: Rusmira Mujkic, Elvira Fejzic und Merima Zahirivic (v.l.n.r.)

Woher nehmen, wenn niemand mehr da ist. Eine profane Frage, die sich aktuell aber immer mehr Unternehmen im Bereich Pflege stellen müssen. Besonders prekär entwickelt sich die Situation in Sachsen-Anhalt. Hier leben besonders viele alte Menschen. Leider ist der anspruchsvolle Beruf der Pflege-Fachkraft für immer weniger junge Menschen attraktiv. Auch beim DRK Bernburg macht man sich Gedanken um die Zukunft. Denn in den kommenden Jahren werden einige Pflegekräfte in den Ruhestand gehen.

"Deshalb beteiligen wir uns an einem Pilotprojekt, das vom Wirtschaftsrat der CDU, Landesverband Sachsen-Anhalt und dem Bildungsministerium gestartet wurde", so DRK-Geschäftsführerin Verena Benicke. Dazu wurden interessierte Frauen und Männer aus Bosnien und Serbien eingeladen. Die Bewerber hatten im Rahmen einer Hospitation die Möglichkeit, die Arbeitsanforderungen und den Arbeitsalltag in den Pflegeeinrichtungen Sachsen-Anhalts kennenzulernen.

Fünf junge Damen aus Bosnien "tauchten" für eine Woche aktiv in das Leben der Bewohner im DRK-Seniorenwohnpark Bernburg und Güsten ein. So konnten sie hautnah erleben, wie sich die Arbeit einer Pflegerin gestaltet. Die Bewohner hatten anfangs vielleicht ein wenig Mühe mit den ungewohnten Namen, nicht aber mit Merima, Rusmira, Elvira, Samra und Dijana selbst. Die packten mit an, wo es möglich war, machten Handreichungen und hatten keine Berührungsängste. Denen, die die deutsche Sprache einigermaßen beherrschten, fiel der Kontakt und natürlich die Kommunikation leichter.

Nicht alle waren Anfänger im medizinischen Bereich. In ihrer Heimat hatte die eine oder andere bereits als Krankenschwester gearbeitet. Doch Bosnien ist auch viele Jahre nach Kriegsende noch ein Land, das erst am Beginn des Wiederaufbaus steht. Und besonders junge Menschen haben nur wenig Chancen, sich ein Auskommen für ihre Familien zu erarbeiten. In Deutschland fänden sie eine Möglichkeit, ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

„Es ist geplant, bereits Anfang nächsten Jahres mit der Ausbildung zu beginnen“, so Benicke, die sich über die hohe Motivation der Hospitantinnen freut. Ein kompetentes Bildungsunternehmen konnte für diese Ausbildung gewonnen werden. Denn nur durch einen Blick über den Tellerrand hinaus, lässt sich der Fachkräftemangel zukünftig lösen.

28. November 2018 12:22 Uhr. Alter: 5 Tage